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Mit dem 120d in den Alpen

Diesen Sommer war es so weit, die Urlaubsfahrt in die Alpen stand bevor. Ziele waren dabei die Dolomiten (Grödnertal) und Tirol (Dreiländereck Österreich, Italien, Schweiz mit Standort Nauders am Reschenpass).

Ich hatte mir dieses Jahr vorgenommen, ein paar schöne Alpenpässe zu fahren und meinen 120d mal so richtig zu fordern.

Wer also Spass an den Bergen und Pässen hat, kann sich im folgenden Reisebericht ein wenig Appetit holen!

Da wir zu zweit fast drei Wochen unterwegs waren, fiel schon einiges an Gepäck an, aber der Kofferraum des 1er ist mit ein wenig „Packkunst“ durchaus ausreichend.

Dann ging es los. Die erste Strecke war Essen – St. Christina im Grödnertal. Also Navi an und los.

Auf dem Hinweg ging es nach einigen Autobahnkilometern in Österreich über die ersten Pässe.

Zunächst über den Oberjochpass, kurz hinter der deutsch-österr. Gernze, dann durch das schöne Tannheimer Tal zum Gaichtpass. Diese beiden Pässe liegen mit ihren Passhöhen bei 1178 m ü. NN (Oberjoch) und 1028 m ü. NN (Gaichtpass). Also sowohl von der Höhe als auch von der Strassen- bzw. Kurvengestalt her was zum Eingewöhnen und schön zu fahren. Da wir Sonnatgs unterwegs waren, waren die Strassen auch recht frei.

Nach dem Lechtal ging es dann auf einen der für mich bereits sehr schönen Alpenpässe, das Hahntennjoch zwischen Elmen und Imst. Hier geht es in teils sehr schönen Kehren bis auf 1894 m ü. NN und man bekommt einen ersten richtigen Vorgeschmack auf die Berge und Alpenpässe.

Auch mit voller Beladung zog der 120d hier gut durch die Kurven auf die Passhöhe. Mit dem tiefergelegten Fahrwerk und sicherer Strassenlage machte diese Strecke bereits viel Spass.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die im Vergleich zu einem Benziner geringere Motorbremskraft beim Bergabfahren. Der 1er wollte hin und wieder mal etwas schneller, als einem lieb war 😉

Im Grödnertal standen dann als Pässe das Grödnerjoch (2121 m ü. NN) , Sellajoch (2244 m ü. NN), Pso. Pordoi (2239 m ü.NN) und Pso. di Campolongo (1875 m ü. NN) als Rundfahrt auf dem Programm. Zunächst noch durch den Wald geht es in Serpentinen zur Abzweigung Grödnerjoch in Richtung Nord-Ost und Sellajoch in südlicher Richtung.

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Die Kehren sind bei der Auffahrt zum Sellajoch zunächst noch recht breit, was sich bei der Abfahrt jedoch etwas ändert. Hier sollte man auf die vielen bewundernswerten Radfahrer und vielen Motoradfahrer ein wenig Acht geben.

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Die Strasse des Pordoijoch beginnt eigentlich im etwas von der Route südlicher gelegenen Canazei im Fassatal. Dies haben wir auf der Route vom Sellajoch aus allerdings nicht durchfahren.

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Auf dem Weg durch die Teils engen Serpentinen hat man einen schönen Ausblick auf die Sellagruppe und die Marmolada. Eine landschaftlich schöne Strecke, auch wenn es dort an der Passhöhe schon etwas voller war.

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Bei der Abfahrt in Richtung Arabba hat man einen guten Blick auf den weiteren Verlauf der Strasse.

Von Arabba aus geht es dann weiter in nördlicher Richtung zum Pso. di Campolongo der wiederum die Verbindung zum Grödnerjoch darstellt. Hier geht es nun wieder in etwas tiefere und bewaldete Regionen. Mit den Serpentinen des Grödnerjoches und einem wiedermal schönen Blick auf das Sella-Massiv schliest sich die „Sella-Runde“.

Und auch hier hat sich der 120d wieder gut geschlagen.

Zweite Station des Alpenurlaubs war dann Nauders am Reschenpass.

Auf dem Weg von dem Dolomiten durchquert man den „Obstgarten“ Südtirols, das Vinschgau. Hier Reihen sich Apfelbaum neben Apfelbaum. Bei dem heißen Wetter war es auch nicht schlimm, wenn hin und wieder mal eine nasse Dusche von oben kam – Die Vinschgauer bewässern ihre Plantagen sehr gewissenhaft 🙂

In Prad (Prato) ging es dann schonmal an dem Abzweig in Richtung Stilfser Joch vorbei, aber nun stand erstmal die Ankunft in Nauders auf dem Programm. Ab Mals (Malles) beginnt sich der Reschenpass langsam aber sicher das Tal hinauf zu winden. Die Kurven sind sehr groß, der Pass ist schließlich als einzige Nord-Süd-Verbindung stark vom LKW-Verkehr frequentiert. Man nimmt eigentlich nicht so richtig wahr, dass man einen der wichtigsten Alpenpässe befährt.

Vorbei am künstlichen Reschenstausee erreicht man schließlich mit der italienisch-österreichischen Grenze die eher unspektakuläre Reschen-Passhöhe von 1507 m ü. NN.

Ein paar Tage später war es dann so weit. Der 120d scharrte auf dem Parkplatz ungeduldig mit den Reifen, denn heute sollte es auf das Stilfser Joch gehen. Eine Anzahl von 48 Kehren standen uns bevor, aber ich hatte mir das nun mal vorgenommen. In den Jahren davor war ich bereits mit dem Motorrad und unserem 328i dort oben, allerdings als Beifahrerin. Diesmal wollte ich die „Kurven kratzen“ !

Also ab nach Prad und ab Trafoi rein in die Kurven.

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(Quelle: Reinhold Petschel, Wien– Danke Reini, für das zur Verfügungstellen der Bilder!)

Hatte sich mein kleiner Flitzer bisher als „Passräuber“ gezeigt, so kamen hier Mensch und Maschine doch an ihre Grenzen. Dass es viel Schaltarbeit wird, damit hatte ich gerechnet, aber dass es so viel Schaltarbeit wird…….

Die ersten Kehren habe ich noch ganz zuversichtlich genommen, doch schnell musste ich feststellen, dass sich zwar die weiteren Außenkehren gut im 2ten Gang fahren ließen, jedoch die engen und steilen Innenkehren nur im ersten Gang zu bewältigen waren, da sonst trotz 163 PS und 340 NM einfach die Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich fehlte.

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(Quelle: Reini, Wien)
Die Kehren mit an die 2000 Touren fahren zu wollen, wäre entschieden zu schnell gewesen und darunter drohte der Diesel im 2ten Gang abzuwürgen.

Was passiert, wenn man diese Kehren zu eng nimmt, sieht man hier:

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(Quelle: Reini, Wien)

Also, vor jeder Innenkehre schon langsam werden, 1ten Gang rein und rum- Gas geben auf den Geraden bis in den 3ten Gang – Außenkehre im 2ten Gang – Gas geben bis in den 3ten Gang- wieder schön langsam werden- 1ten Gang rein und rum…….. *Uffff*

Also hier machte sich der Turbo bzw. das Turboloch arg bemerkbar.

Aber schließlich haben wir es dann doch geschafft, die Passhöhe war erreicht! 2760 m ü. NN !

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Und Mein Kleiner durfte sich dann auch ausruhen und als einziger 1er dort oben die Aussicht auf die „Ortler-Gruppe“ genießen 🙂

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Danach ging es dann runter nach Bormio. Dieist die „entschärftere Seite“ des Stilfser Joches.

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Obwohl, der Schein trügt!

Nichtsahnend entdecke ich ein wichtiges Warnschild:

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Und damit wollte ich nicht spaßen, einem hungrigen Riesenmurmel wollte ich nun nicht begegnen, deshalb habe ich sicherheitshalber das Foto auch aus dem Auto heraus gemacht. 🙂

Über Bormio ging die Fahrt dann nach Livigno – ein wenig zollfrei Einkaufen – und weiter entlang des „Lago di Gallo“ zur Schweiz. Ab durch einen Tunnel und über den Ofenpass 2149 m ü.NN wieder in Richtung Italien und Reschen.

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So, das war mein „kleiner“ Beitrag zum Urlaub mit dem 1er in den Alpen. Als Fazit kann ich sagen, wenn es nicht gerade das Stilfser Joch ist, dann ist der 120d durchaus auch in den Bergen daheim.

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