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Fahrbericht BMW X5 4,8is

Als Winterauto bewegt mein Vater vor dem Ableben des E53 (also des alten X5) noch einmal einen 4,8is mit der schönen aber teuren Yachtline Individual.
Vom E87 in den X5 umzusteigen ist wie in eine andere Welt zu kommen. Man ist am Anfang mit den Platzverhältnissen etwas überfordert und allein das Arm ablegen auf der Tür erscheint derart ungewohnt, da die Tür doch etwas weiter weg ist, als im gewohnten 1er. Vor sich findet man die grau unterlegten Instrumente im Stil des E39 M5 oder des E46 M3 mit variablem Drehzahlmesser – Warnfeld, was ein Hochdrehen des Motors im kalten zustand etwas unterbinden soll. Der Tacho bist 280 deutet auf den V8 mit 4,8l Hubraum und 360PS unter der großen Haube hin und schon beim Anlassen blubbert der V8, als wäre man in Amerika. Der ausschließlich mit 6 Stufen Automatik erhältliche X5 reisst seine Insassen bei abbruptem Gaseinsatz dermaßen vorwärts, das den Mitreisenden einiges abverlangt wird. Auf der Autobahn sind mit Anlauf laut Tacho gut 255km/h drin was man aber nur versuchen sollte, wenn man das umliegende Tankstellennetz kennt und ca. 3km Sichtweite hat, denn man wird prinzipiell immer unterschätzt, wenn man mit so einem Dampfer ankommt. Der Verbrauch bewegt sich – Hand aufs Herz – zwischen 16 und >30l. Ein 90l Tank SUPER kann gut und gerne in ca. 300km verbraucht werden. Ohne Worte.
Im Innenraum bietet die Yachtline champagnerfarbenes Leder auf Komfortsitzen, dazu Holzdekor mit Mahagoni Einlagen, was beides perfekt zur Aussenfarbe, einem sehr sehr dunklen metallic blau passt.
Leider ist der X5 noch mit der „alten“ Technik ausgestattet und so findet sich im Innenraum noch ein Navigationssystem wie es BMW schon beim E46 verbaut hat. Hier lernt man den iDrive richtig zu schätzen.
Die Luftfederung lässt sich zum leichteren Beladen oder Einsteigen absenken oder für gelegentlich Offroad Einsätze anheben, alles in allem ist der X5 für ein Fahrzeug dieser Größe aber sehr straff abgestimmt.
Bei einer Tour durch eine Stadt wie München empfiehlt es sich den manuellen Modus der Automatik zu wählen und immer einen Gang höher zu fahren, als man gewohnt ist, denn dann wird man nicht sofort bei einem Gasstoß in illegale Bereiche der Geschwindigkeit gezogen (und der Sound ist so einfach nur herrlich).
Mein Fazit:
Ein herrlich unvernünftiges und in meinen Augen – ja das ist wirklich meine Meinung – prolliges Auto. Man muss den Dicken einfach mal gefahren sein.

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