JR drives

Auto, Technik & Leidenschaft

Infiniti – Händler & Ex kommen gut an

Manchmal kommen mir die besten Ideen beim Autofahren. Den neuen Infiniti Händler auf der Automeile in Düsseldorf aufzusuchen war eine spontane Idee. Da ich vor einige Zeit mal aus reiner Neugier einen Katalog angefordert hatte, erhielt ich einen freundlichen Anruf des Autohauses. Man informiert mich, dass Probefahrten jederzeit möglich sind und man mich gerne begrüßen würde.

Infiniti Händler Düsseldorf

Showroomluxus bei Infiniti

Der niegel nagel neue Händler macht auf Edel! Leder, Holz und Naturstein soweit das Auge reicht, man merkt, dass Renault / Nissan ihre US-Edelmarke klar auf Augenhöhe mit BMW, Audi und Mercedes hier in Europa platzieren will. Der Auftritt spricht jedenfalls luxusverwöhnte Kunden an.

Begrüßt von einer netten jungen Dame, eilt auch schon bald ein Verkäufer herbei, der mir nach nur 5 Minuten Gespräch spontan anbietet den Ex 3.od sofort auf eine Spritztour zu entführen. Selten habe ich eine derartige Flexibilität erlebt, klasse! Zugegeben, Infiniti macht es den Händler einfach, alle Modelle stehen im Showroom und die Fahrzeuge vor der Türe decken die ganze Modellpalette mindestens einmal ab.

Ex Cockpit überzeugt

Ex Cockpit überzeugt

Das Angebot nehme ich spontan an und sitze 10 Minuten später hinter dem Steuer eines Ex30d. Erster Eindruck, die Verarbeitung ist hochwertig, die verwendeten Materialien nicht ganz auf dem Niveau von Audi, aber deutlich gediegener als z.B. bei Lexus, auch der Geruch ist europäisch dezent!

Die gefahrene GT Premium Version verfügt über alle Spielzeuge die serienmäßig verfügbar sind und die kurze Ausstattungsliste hergibt. Dazu zählt neben einem Bose Soundsystem auch ein Spurhalteassistent, ein Abstandsregeltempomat und ein umfangreiches Navigationssystem mit Michelinguide Informationen.

Ex GT Premium

Ex GT Premium

Der Ex wirkt ungefähr so groß wie ein 3er BMW und zeichnet sich durch gute Platzverhältnisse für Fahrer und Beifahrer aus. Fondpassagiere sitzen schon etwas beengter und das Gepäck kuschelt sich in einem nicht gerade großen Kofferraum. Die erhöhte Sitzposition ist sehr angenehm, Ein- und Ausstieg gelingen ohne Probleme. Übersichtlichkeit gehört aber nicht zu den Stärken von Infiniti, die Fahrzeugenden lassen sich allenfalls erahnen. Da ist das neue Rundumkamerasystem zum Einparken, das einen Bllick rund um das Auto aus Vogelperspektive erlaubt, schon ein sinnvolles Extra.

Die Bilder der Parkkameras werden auf dem zentralen Bildschirm angezeigt. Dieser ist touchsensitiv und über die Tasten bedienbar. Insgesamt gelingt die Bedienung des Infiniti erstaunlich schnell, schon nach wenigen Kilometern erschließen sich einem die normalen Funktionen. Besonders gut ist das Abstandsregeltempomat, das zwischen Stillstand und 160 km/h sehr gute Dienste leistet, wenn es nun noch selbstständig anfahren würde…

Womit wir beim eigentlich Wichtigen wären, wie fährt sich der Ex? Das Fahrwerk ist erstaunlich straff gefedert, offenbar hat sich Infiniti hier am alten X3 orientiert. Kurven geht der kompakte SUV recht sportlich an und beschleunigt dank Allrad und 3 Liter 6-Zylinder Diesel mit über 200 PS auch souverän aus selbigen. Die 7 Stufenautomatik hat dabei gelegentlich Schwierigkeiten die richtigen Gänge zu finden, so richtig geschmeidig will sie nicht reagieren, spontane Anforderung von Leistungen quittiert sie mit hektischem herunterschalten, obwohl eigentlich genügend Drehmomentreservern zur Verfügung stehen.

Nach dem Kaltstart ist dem Diesel sein Nageln deutlich anzuhören und anzufühlen, die Vibration gelangen auch in den Innenraum, verschwinden aber nach wenigen Kilometern und sind spätestens bei Autobahntempo neben Wind- und Abrollgeräuschen nicht mehr zu vernehmen. Insgesamt ist der Ex dabei mit akzeptablen Innenraumgeräuschen unterwegs, bei hohen Autobahngeschwindigkeit steigt die Geräuschskulisse allerdings deutlich an und kommt fast an mein Coupé mit Rahmenlosenscheiben heran.

Der Vorführwagen zeigt einen durchschnittlichen Verbrauch von ca 12 Litern Diesel an, was mit dem 80 Liter Tank zu einer Reichweite oberhalb der 660km gerade so reicht. Zieht man die üblichen Vorführwagenaufschläge ab wird der Ex vermutlich mit 10 Liter zu bewegen sein, nicht unbedingt gut, ein 3.0 TDI von Audi begnügt sich da mit deutlich weniger Kraftstoff.

Mit 60.000 Euro Neuwagenpreis ist der Ex30d GT Premium inkl. aller Sonderausstattung nicht unbedingt günstig, bietet aber verdammt viel Auto für sein Geld. Die Händler wollen sich durch besonders guten Service auszeichnen und holen im Umkreis von 250km den Infiniti einmal pro Jahr zum Service, der mit ca. 400 Euro zu Buche schlägt. Umfangreiche Garantien sollen die Kundschaft von der Qualität nachhaltig überzeugen.

Fx, großer Bruder des Ex

Fx, großer Bruder des Ex

Wer noch ein paar Tausend Euro extra drauflegen will, der kann sich auch den großen Bruder Fx anschauen. Dieser bietet etwas mehr Platz, noch größere Abmessungen und hochwertigere Materialien.

Fazit: Ich bin wirklich erstaunt, Infiniti liefert auf Anhieb ein Auto nach Europa das unseren Ansprüchen soviel mehr entgegen kommt als das bisher z.B. durch Lexus erfüllt wurde. Wenn man jetzt noch die Motoren und Getriebe verbessert, dann dürfte Infiniti mal mindestens so erfolgreich wie Lexus werden. Nachdem ich 45 Minuten durch Düsseldorf und Umgebung gefahren bin, war ich überzeugt, den Ex mindestens mal in die engere Wahl für 2011 nehmen zu müssen. Überzeugt hat mich vor allem seine gute Ausstattung. So would you buy one? Well, maybe 😀

« »

© 2017 JR drives. Theme von Anders Norén.